Ziele im Detail

Historisches

"Das Stockengut ist die Grünzone und das Naherholungsgebiet von Kilchberg" so steht es im Neujahrsblatt der Gemeinde Kilchberg von 1994.

Ursprünglich gehörte das Gut zum Psychiatrischen Sanatorium Kilchberg als Ort der Beschäftigungs- und Arbeitstherapie, sowie zur Selbstversorgung; - war also immer in besonderer Weise auf den Menschen bezogen. Neben der Tierhaltung, prägten die Hochstamm- Obstwiesen die Landschaft. Diese traditionelle Kulturlandschaft ist ein wesentliches kulturelles Erbe, das in den letzten Jahrzehnten durch intensive landwirtschaftliche Nutzung immer mehr zerstört worden ist. Dieser negative Trend soll aufgehalten werden durch eine verbesserte Partnerschaft zwischen Mensch und Natur, um das wertvolle Erfahrungs- und Naherholungsgebiet in einer der am dichtesten besiedelten Gemeinden des Kantons Zürich nachhaltig den Interessen der Bevölkerung von Kilchberg zu erhalten.

Tierhaltung

Die Tierhaltung weist Vorbildcharakter auf

Die Haltung aller Tiere im Stockengut erfolgt nach den neusten Erkenntnissen der Nutztierhaltung und weist Vorbildcharakter auf.
Die Umstellung von der Milchwirtschaft auf Weidebeef oder Mutterkuhhaltung wird überprüft. Die Tierbestände werden sinnvoll angepasst. Bei der Pferdehaltung wird eine Gruppenhaltung mit permanentem Auslauf angestrebt.

Bewirtschaftung

Das Stockengut wird nach den Richtlinien der biologische Landwirtschaft bewirtschaftet

Das Stockengut wird nach den Richtlinien für biologische Landwirtschaft der BioSuisse bewirtschaftet.
Der Direktverkauf im Hofladen wird erweitert und dabei einen wesentlichen Bestandteil der Einnahmen ausmachen. Für gewisse Produkte werden Abnahmeverträge mit Kilchberger Restaurants, Kantinen oder dem Detailhandel abgeschlossen .

Biodiversität (Artenvielfalt)

Die bewirtschafteten Flächen weisen eine überdurchschnittliche Biodiversität auf

Mit Kleinstrukturen wird die Biodiversität im Stockengut erhöht.
Die Artenvielfalt im heutigen Kulturland ist bezüglich Pflanzen und Tieren bedenklich niedrig.
Viele Tier- und Pflanzenarten sind in den letzten Jahren aus diesem Lebensraum verschwunden oder sogar ausgestorben. Die Hauptursachen für diese negative Entwicklung sind die Verwendung von Pestiziden, die massive Mechanisierung der Bewirtschaftung und die intensive Nutzung der Landwirtschaftsflächen.
Mit Buntbrachen, Blumenwiesen, Ackerschonstreifen, Hecken und weiteren Kleinstrukturen werden Elemente geschaffen , die als Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Insekten und Kleinlebewesen wie Igel, Eidechsen, Amphibien und Vögel notwendig sind.
Diese Aufwertungselemente sind so angelegt, dass sie für Pflanzen und Tiere in sinnvoller Kombination vorhanden sind. Eine gute Vernetzung durch geringe Abstände ist gewährleistet.
Mögliche Leitarten sind:

Geschlossene Kreisläufe

Die Kreisläufe von Nährstoff und Energie werden im Stockengut, wie in der biologischen Landwirtschaft üblich, geschlossen.

Im Stockengut werden Kreisläufe so weit wie möglich geschlossen. Dies ist ein wichtiger Bestandteil des biologischen Landbaus.
So wird beispielweise der Grossteil des Futters, für die auf dem Hof gehaltenen Tiere, selbst produziert. Der Mist der Tiere wird zur Düngung auf den eigenen Feldern verwertet.
Geschlossene Kreisläufe ergeben fast immer auch hochwertigere Produkte, die zu besseren Preisen verkauft werden können. Der Zukauf von Futtermitteln entfällt weitgehend. Die gefahrenen Wege auf dem Hof sind immer kürzer als der Weg vom Futterproduzenten zum Hof. Die Auswirkung auf die Finanzen und Umwelt sind wohltuend.

Erholen und Erleben

Das Stockengut und die von ihm bewirtschafteten Flächen bieten einen hohen Erholungs- und Erlebniswert für die Bevölkerung.

Eine Landschaft mit gutem Erholungswert ist für verschiedene Nutzergruppen optimiert.

Diesen und weiteren Nutzergruppen gerecht zu werden, ist bei diesem, in der Grösse beschränkten Naherholungsgebiet keine einfache Sache und verlangt eine detaillierte Planung.

Finanzen

Der Betrieb des Stockengutes ist für die Gemeinde Kilchberg kostenneutral.

Der Gutsbetrieb ist für die Gemeinderechnung kostendeckend.
Heute kostet das Stockengut die Steuerzahler ca. 180'000.- pro Jahr. Als Betrieb der öffentlichen Hand ist es von Direktzahlungen teilweise ausgeschlossen, die einen grossen Anteil in der landwirtschaftlichen Betriebsrechnung ausmachen. Die Verpachtung des Hofes mit Auflagen bezüglich Bewirtschaftung und Öffentlichkeitsarbeit ist daher als Alternative zu überprüfen. Im Fall einer Verpachtung wird die Öffentlichkeitsarbeit des Betriebes von der Gemeinde abgegolten.
Diese Ansicht vertritt auch die von der Gemeinde in Auftrag gegebene Studie der ETH aus dem Jahre 2002.